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Ab wann Sackgeld? Das richtige Alter für den Start

Von Beat Glauser, Sparonaut · Stand: 8. Oktober 2026

Kurz gesagt: Sackgeld ist sinnvoll, sobald ein Kind sich für Geld interessiert und einfache Beträge versteht. Das ist meist mit dem Schuleintritt der Fall, also mit etwa 6 Jahren. So empfehlen es Pro Juventute und PostFinance. Das Alter ist ein Richtwert, nicht eine Regel.

Wie handhaben es Familien in der Schweiz?

Nicht alle Familien starten mit 6 Jahren. Nach der Taschengeld-Studie von Credit Suisse und Pro Juventute (Erhebung 2017) bekamen mit etwa 7 Jahren 56 Prozent der Kinder Sackgeld, in der Deutschschweiz 63 Prozent, in der Romandie 18 Prozent. Laut PostFinance-Studie 2025 bekommt die Hälfte der 5- bis 6-Jährigen noch nichts, bei den 7- bis 8-Jährigen rund ein Drittel nicht. Beide Zahlen zeigen: Der Start variiert stark, und ein späterer Beginn ist nicht falsch.

Pro Juventute schreibt, dass der richtige Zeitpunkt von Reife und Interesse des Kindes abhängt. Die Budgetberatung Schweiz sagt, Sackgeld sei keine Verpflichtung der Eltern, sondern eine freiwillige Leistung. Was zählt, ist das Kind, nicht die Zahl im Kalender.

Woran erkennt ihr, dass euer Kind bereit ist?

Ein Kind, das noch nicht zählen kann, braucht kein Sackgeld, sondern zuerst Erfahrungen mit Münzen. Trifft ein Teil der Liste zu, ist der Moment gut.

Und vor dem Schuleintritt?

Kleinere Kinder lernen Geld über Erlebnisse kennen: gemeinsam einkaufen und bezahlen lassen, eine Spardose füllen, Münzen sortieren und zählen. PostFinance rät, schon im Vorschulalter ein Sparschwein zu führen. Ein regelmässiges Sackgeld braucht es dafür noch nicht.

So startet ihr in sieben Schritten

  1. Klein anfangen. Ein kleiner Betrag genügt. Wichtiger als die Höhe ist die Regelmässigkeit. Die Richtwerte findet ihr in der Tabelle für 6-Jährige.
  2. Fixen Zahltag wählen. Immer derselbe Wochentag, unaufgefordert. So können Kinder planen und müssen nicht betteln.
  3. Bar beginnen. Pro Juventute empfiehlt, den Betrag zu Beginn in bar auszuzahlen. Münzen sind greifbar.
  4. Vorher klären, wofür. Besprecht, was vom Sackgeld bezahlt wird und was weiterhin die Eltern übernehmen.
  5. Einen Teil für das Sparen reservieren. Pro Juventute sieht in der Unterstufe einen festgelegten Sparbetrag vor.
  6. Fehler zulassen. Wer sein Sackgeld am ersten Tag ausgibt, merkt am zweiten, wie sich das anfühlt. Kein Vorschuss, keine Nachzahlung.
  7. Nach ein paar Wochen anschauen. Passt der Betrag, passt der Rhythmus? Die Budgetberatung rät, die Einführung schrittweise zu machen.

Vorlage: Sackgeld-Vereinbarung

Die Budgetberatung empfiehlt, Beträge und Verwendungszweck in einer Vereinbarung festzuhalten. Für Kinder im Primarschulalter genügt eine kurze Liste, die ihr gemeinsam ausfüllt:

BetragCHF … pro Woche
ZahltagJeden … (Wochentag), ohne Nachfragen
Davon sparenCHF … in das Sparglas für …
Das bezahle ich selbstzum Beispiel Süssigkeiten, Heftli, Glace
Das bezahlen die Elternzum Beispiel Kleider, Schulmaterial
Wir schauen es wieder anzum Beispiel nach 8 Wochen oder an deinem Geburtstag

Sackgeld ist freiwillig und kein Erziehungsmittel

Pro Juventute rät, Sackgeld nicht an Verhalten, Noten oder Gegenleistungen zu knüpfen und es nicht als Strafmittel einzusetzen. Wer es als Belohnung oder Strafe nutzt, nimmt dem Kind die Chance, sicher damit zu üben. Mehr dazu in Sackgeld und Aufgaben im Haushalt.

Und danach?

Hat sich der Zahltag eingespielt, wird aus dem Sackgeld ein Übungsfeld: Das Kind kauft, spart und merkt, was passiert. Wie ihr dieses Lernen unterstützt, ohne zu belehren, erklärt der Artikel Kinder lernen den Umgang mit Geld durch Erfahrungen.

Sackgeld geben ohne Münzschlacht oder echtes Konto

Wir wollten Sackgeld geben, aber nicht Unmengen Münzen beschaffen und kein echtes Konto für das Kind eröffnen. Mit Sparonaut führt ihr digitales und echtes Kässeli, Jobs und Sparziele eurer Kinder digital an einem Ort, ohne dass echtes Geld fliesst. Nebenbei üben die Kinder in der Geld-Schule mit Übungs-Talern den Umgang mit Geld. Die ersten 14 Tage sind gratis.

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Wie viel Sackgeld pro Alter?

Tabelle und Tipps für jedes Alter.

Umgang mit Geld lernen

Warum Erfahrungen wichtiger sind als Vorträge.

Sackgeld und Aufgaben

Haushalt und Sackgeld trennen.

Sackgeld bar oder digital

Bargeld, Konto oder App.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter gibt man Sackgeld?

Meist mit dem Schuleintritt, also mit etwa 6 Jahren. Entscheidend ist, dass das Kind sich für Geld interessiert und etwas rechnen kann.

Ab wann bekommen Kinder in der Schweiz Sackgeld?

Das ist unterschiedlich. Laut der Taschengeld-Studie 2017 bekamen mit etwa 7 Jahren 56 Prozent der Kinder Sackgeld, in der Deutschschweiz 63 Prozent. Laut PostFinance-Studie 2025 bekommt die Hälfte der 5- bis 6-Jährigen noch keines.

Wie viel Sackgeld ist am Anfang richtig?

Ein kleiner Betrag. Die Budgetberatung Schweiz nennt für 6-Jährige rund CHF 12 pro Monat, etwa CHF 3 pro Woche. Wichtiger als die Höhe ist, dass es regelmässig und unaufgefordert kommt.

Ist 5 Jahre zu früh für Sackgeld?

Meist ja, wenn das Kind noch nicht rechnen kann. Dann reicht ein Sparschwein und gemeinsames Einkaufen. Zeigt ein Kind früh Interesse an Geld und Zahlen, kann ein sehr kleiner Betrag auch früher passen.

Darf man Sackgeld als Strafe streichen?

Davon raten Fachstellen ab. Sackgeld ist ein Übungsfeld für den Umgang mit Geld und sollte unabhängig von Noten und Verhalten ausbezahlt werden.

Was ist, wenn mein Kind das Sackgeld sofort ausgibt?

Das gehört zum Lernen. Gebt keinen Vorschuss, sondern sprecht in Ruhe darüber. Kinder merken schnell, dass sich Warten und Sparen lohnen.

Muss ich Sackgeld geben?

Nein. Die Budgetberatung Schweiz nennt es eine freiwillige Leistung. Es ist aber ein gutes Mittel, damit Kinder früh den Umgang mit eigenem Geld üben.

Soll man mit Bargeld oder digital starten?

Pro Juventute empfiehlt, den Betrag zu Beginn in bar auszuzahlen, weil Kinder Geld durch Anfassen kennenlernen. Digitale Hilfsmittel können später dazukommen.

Geschrieben von Beat Glauser. Er ist Vater von vier Kindern, seit 25 Jahren im Finanzwesen und Banking tätig und entwickelt Sparonaut. Beträge und Empfehlungen nennen wir nur mit Quelle und sagen, wo sich die Quellen unterscheiden. Fehler gefunden oder eine Ergänzung? info@sparonaut.com