Start › Ratgeber › Ab wann Sackgeld
Kurz gesagt: Sackgeld ist sinnvoll, sobald ein Kind sich für Geld interessiert und einfache Beträge versteht. Das ist meist mit dem Schuleintritt der Fall, also mit etwa 6 Jahren. So empfehlen es Pro Juventute und PostFinance. Das Alter ist ein Richtwert, nicht eine Regel.
Nicht alle Familien starten mit 6 Jahren. Nach der Taschengeld-Studie von Credit Suisse und Pro Juventute (Erhebung 2017) bekamen mit etwa 7 Jahren 56 Prozent der Kinder Sackgeld, in der Deutschschweiz 63 Prozent, in der Romandie 18 Prozent. Laut PostFinance-Studie 2025 bekommt die Hälfte der 5- bis 6-Jährigen noch nichts, bei den 7- bis 8-Jährigen rund ein Drittel nicht. Beide Zahlen zeigen: Der Start variiert stark, und ein späterer Beginn ist nicht falsch.
Pro Juventute schreibt, dass der richtige Zeitpunkt von Reife und Interesse des Kindes abhängt. Die Budgetberatung Schweiz sagt, Sackgeld sei keine Verpflichtung der Eltern, sondern eine freiwillige Leistung. Was zählt, ist das Kind, nicht die Zahl im Kalender.
Ein Kind, das noch nicht zählen kann, braucht kein Sackgeld, sondern zuerst Erfahrungen mit Münzen. Trifft ein Teil der Liste zu, ist der Moment gut.
Kleinere Kinder lernen Geld über Erlebnisse kennen: gemeinsam einkaufen und bezahlen lassen, eine Spardose füllen, Münzen sortieren und zählen. PostFinance rät, schon im Vorschulalter ein Sparschwein zu führen. Ein regelmässiges Sackgeld braucht es dafür noch nicht.
Die Budgetberatung empfiehlt, Beträge und Verwendungszweck in einer Vereinbarung festzuhalten. Für Kinder im Primarschulalter genügt eine kurze Liste, die ihr gemeinsam ausfüllt:
| Betrag | CHF … pro Woche |
|---|---|
| Zahltag | Jeden … (Wochentag), ohne Nachfragen |
| Davon sparen | CHF … in das Sparglas für … |
| Das bezahle ich selbst | zum Beispiel Süssigkeiten, Heftli, Glace |
| Das bezahlen die Eltern | zum Beispiel Kleider, Schulmaterial |
| Wir schauen es wieder an | zum Beispiel nach 8 Wochen oder an deinem Geburtstag |
Pro Juventute rät, Sackgeld nicht an Verhalten, Noten oder Gegenleistungen zu knüpfen und es nicht als Strafmittel einzusetzen. Wer es als Belohnung oder Strafe nutzt, nimmt dem Kind die Chance, sicher damit zu üben. Mehr dazu in Sackgeld und Aufgaben im Haushalt.
Hat sich der Zahltag eingespielt, wird aus dem Sackgeld ein Übungsfeld: Das Kind kauft, spart und merkt, was passiert. Wie ihr dieses Lernen unterstützt, ohne zu belehren, erklärt der Artikel Kinder lernen den Umgang mit Geld durch Erfahrungen.
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Warum Erfahrungen wichtiger sind als Vorträge.
Haushalt und Sackgeld trennen.
Bargeld, Konto oder App.
Meist mit dem Schuleintritt, also mit etwa 6 Jahren. Entscheidend ist, dass das Kind sich für Geld interessiert und etwas rechnen kann.
Das ist unterschiedlich. Laut der Taschengeld-Studie 2017 bekamen mit etwa 7 Jahren 56 Prozent der Kinder Sackgeld, in der Deutschschweiz 63 Prozent. Laut PostFinance-Studie 2025 bekommt die Hälfte der 5- bis 6-Jährigen noch keines.
Ein kleiner Betrag. Die Budgetberatung Schweiz nennt für 6-Jährige rund CHF 12 pro Monat, etwa CHF 3 pro Woche. Wichtiger als die Höhe ist, dass es regelmässig und unaufgefordert kommt.
Meist ja, wenn das Kind noch nicht rechnen kann. Dann reicht ein Sparschwein und gemeinsames Einkaufen. Zeigt ein Kind früh Interesse an Geld und Zahlen, kann ein sehr kleiner Betrag auch früher passen.
Davon raten Fachstellen ab. Sackgeld ist ein Übungsfeld für den Umgang mit Geld und sollte unabhängig von Noten und Verhalten ausbezahlt werden.
Das gehört zum Lernen. Gebt keinen Vorschuss, sondern sprecht in Ruhe darüber. Kinder merken schnell, dass sich Warten und Sparen lohnen.
Nein. Die Budgetberatung Schweiz nennt es eine freiwillige Leistung. Es ist aber ein gutes Mittel, damit Kinder früh den Umgang mit eigenem Geld üben.
Pro Juventute empfiehlt, den Betrag zu Beginn in bar auszuzahlen, weil Kinder Geld durch Anfassen kennenlernen. Digitale Hilfsmittel können später dazukommen.