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Sackgeld und Aufgaben im Haushalt: Lohn oder nicht?

Von Beat Glauser, Sparonaut · Stand: 8. Oktober 2026

Kurz gesagt: Fachstellen empfehlen, das Sackgeld unabhängig von Schulleistungen, Verhalten und Hausarbeit auszuzahlen. Alltägliche Mithilfe im Haushalt gehört zur Familie und wird nicht entlöhnt. Zusätzliche Arbeiten, die über das Normale hinausgehen, können Eltern freiwillig bezahlen.

Was Fachstellen empfehlen

Beide Quellen sagen im Kern dasselbe. Der Unterschied liegt im Ton: Pro Juventute betont das Nicht-Entlöhnen, PostFinance erwähnt ausdrücklich den Bonus für Extras.

Was Familien tatsächlich tun

Nach der Taschengeld-Studie von Credit Suisse und Pro Juventute (2017) bekamen 63 Prozent der Kinder Sackgeld ohne Gegenleistung, etwas mehr als ein Drittel musste Hausarbeiten erledigen, meist Haushaltshilfe, Aufräumen oder Haustierpflege. In der PostFinance-Studie 2025 erwarten 27 Prozent der Eltern etwas zurück, vor allem Hausarbeit. Viele Familien machen es also anders als die Fachstellen empfehlen. Das ist verständlich. Es lohnt sich, die Gründe zu kennen.

Zwei Modelle im Vergleich

Modell A: festes Sackgeld, Aufgaben gehören dazu

Das Kind bekommt jede Woche denselben Betrag. Tisch decken, Zimmer aufräumen und Schuhe wegstellen gehören zum Familienleben und werden nicht bezahlt. Vorteil: Das Sackgeld ist eine verlässliche Grösse zum Planen.

Modell B: Zusatzjobs gegen Bezahlung

Daneben können Kinder Extra-Aufgaben übernehmen, zum Beispiel das Auto waschen, den Keller aufräumen oder im Garten helfen. Diese Jobs bezahlen Eltern freiwillig. Das zeigt, dass sich Einsatz lohnen kann.

Beide Modelle lassen sich kombinieren: festes Sackgeld plus eine kurze Liste bezahlter Extras.

Selbstverständlich oder Extra? Beispiele

AlterGehört dazu (nicht bezahlt)Extra (freiwillig bezahlt)
6 bis 8 JahreTisch decken, Spielsachen versorgen, Schuhe wegstellen, Pult aufräumenEin Beet jäten, beim Auto waschen helfen
9 bis 11 JahreZimmer aufräumen, Tisch abräumen, Haustier fütternGarage aufräumen, Velos putzen, Altpapier bündeln
12 bis 14 JahreWäsche versorgen, Müll rausbringen, einfach mitkochenRasen mähen, Fenster putzen, Nachbarn helfen
ab 15 JahrenEigenes Zimmer und Wäsche, Mithilfe bei MahlzeitenFerienjob, grössere Gartenarbeiten

Das sind Beispiele aus unserer Einschätzung, keine Vorgaben von Fachstellen. Entscheidend ist, dass ihr es als Familie vorher festlegt.

Wann es schiefgeht

Wenn jede Hilfe bezahlt wird, fragen Kinder bald: «Was bekomme ich dafür?» Dann kippt die Familie vom Miteinander in eine Verhandlung. Hilft ein Kind nur noch gegen Geld, ist das ein Zeichen, die Regeln zu klären: Was gehört selbstverständlich dazu, was ist ein Extra? Wichtig ist auch das Gegenstück: Wird Sackgeld gestrichen, weil das Zimmer nicht aufgeräumt ist, lernt das Kind nicht aufzuräumen, sondern dass Geld ein Druckmittel ist.

So trennt ihr beides im Alltag

  1. Schreibt gemeinsam auf, welche Aufgaben selbstverständlich sind.
  2. Legt eine kurze Liste mit bezahlten Zusatzjobs und Preisen fest, bevor das Kind sie übernimmt.
  3. Zahlt das feste Sackgeld immer am selben Tag, unabhängig von den Aufgaben.
  4. Gibt es Streit um Aufgaben, besprecht die Aufgaben und lasst das Sackgeld aus dem Spiel.

Jobs in Sparonaut

In Sparonaut legt ihr Jobs pro Kind an und haken sie ab. Dafür gibt es Taler und Abzeichen. Taler sind Übungsgeld zum Ausgeben und Sparen auf Planet Taleria und haben nichts mit echtem Geld zu tun. Das Sackgeld bleibt davon getrennt: Es wird regelmässig gutgeschrieben, wie ihr es vereinbart habt. So sieht das Kind, dass Mithilfe zählt, ohne dass sein Sackgeld davon abhängt.

Sackgeld geben ohne Münzschlacht oder echtes Konto

Wir wollten Sackgeld geben, aber nicht Unmengen Münzen beschaffen und kein echtes Konto für das Kind eröffnen. Mit Sparonaut führt ihr digitales und echtes Kässeli, Jobs und Sparziele eurer Kinder digital an einem Ort, ohne dass echtes Geld fliesst. Nebenbei üben die Kinder in der Geld-Schule mit Übungs-Talern den Umgang mit Geld. Die ersten 14 Tage sind gratis.

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Quellen

Häufige Fragen

Soll man Sackgeld für Hausarbeit bezahlen?

Fachstellen raten davon ab. Haushaltsaufgaben gehören zum Familienleben. Zusätzliche Arbeiten dürfen Eltern aber gerne bezahlen, wenn sie über das Normale hinausgehen.

Darf das Sackgeld an Schulnoten gekoppelt werden?

Davon wird abgeraten. Sackgeld soll unabhängig von Schulleistungen ausbezahlt werden, weil es als Übungsfeld für den Umgang mit Geld gedacht ist.

Was sind sinnvolle Zusatzjobs für Kinder?

Alles, was über die normalen Aufgaben hinausgeht: das Auto waschen, im Garten helfen, den Keller oder die Garage aufräumen. Altersgerecht und mit einem vorher vereinbarten Preis.

Wie viel soll ein Zusatzjob kosten?

Dafür gibt es keinen Richtwert der Fachstellen. Vereinbart den Preis vorher, haltet ihn klein und passend zur Arbeit, und führt eine kurze Liste, damit nicht jedes Mal neu verhandelt wird.

Kann man Sackgeld streichen, wenn das Kind nicht hilft?

Davon raten Pro Juventute und PostFinance ab. Sackgeld ist kein Strafmittel. Besser ist es, über die Aufgaben zu sprechen und klare Regeln zu vereinbaren.

Was sagen Schweizer Familien dazu?

Laut Taschengeld-Studie 2017 bekamen 63 Prozent der Kinder Sackgeld ohne Gegenleistung, etwas mehr als ein Drittel musste Hausarbeiten erledigen. Laut PostFinance-Studie 2025 erwarten 27 Prozent der Eltern eine Gegenleistung.

Wie erkläre ich meinem Kind, warum Hausarbeit nicht bezahlt wird?

Zum Beispiel so: In einer Familie helfen alle mit, weil alle hier wohnen. Sackgeld ist euer Geld zum Üben. Extra-Arbeiten, die nicht jeden Tag nötig sind, bezahlen wir.

Geschrieben von Beat Glauser. Er ist Vater von vier Kindern, seit 25 Jahren im Finanzwesen und Banking tätig und entwickelt Sparonaut. Beträge und Empfehlungen nennen wir nur mit Quelle und sagen, wo sich die Quellen unterscheiden. Fehler gefunden oder eine Ergänzung? info@sparonaut.com